Hallo Michael,
diese Massentemplates sind leider eine Möglichkeit, wie man günstig einen Shop bekommt, ohne sich groß einarbeiten zu müssen. Das hört sich erst einmal toll an:
Quickinstaller auf einem 5-Euro Webspace installieren, die vorhandenen Daten und Seiten so ändern, dass es zu den eigenen Produkten passt, und schon hat man einen lauffähigen Shop. Das kann für den Erst-Shop-Besitzer mit kleinem Budget verlockend klingen.
Leider sind die Shops zum Zeitpunkt der Installation dann oft schon veraltet und laufen mit alten Versionen und uralten Overrides, die schon bei 100 anderen Templates verwendet wurden, nur ein wenig mit anderen Bildern aufgehübscht und mit CSS-Änderungen. Dann hat man evtl. ein paar englische Begriffe drin, aber dann kann der Shop schon einmal online gehen.
Bevor man merkt, was man sich damit angetan hat, läuft der Shop gut an (wenn man Glück oder eher SEO- und Vermarktungsgeschick hat), und dann kommt man nicht mehr von den alten Versionen weg, weil eine Änderung plötzlich sehr viel mehr Geld kostet als geplant. Damit ist man dann im Teufelskreis gefangen, weil es bei einem möglichen Sicherheitsupdate oder Update der PHP-Versionen keine Möglichkeit gibt, schnell zu aktualisieren.
Dann bleiben die alten Versionen drin, dann läuft es eine Weile, und dann kommt das, "ach, passiert schon nix" und irgendwann ist dann der Shop gehackt und man darf die Kunden informieren, dass Ihre Daten von Dritten entwendet wurden.
Deshalb schreibe ich es lieber einmal mehr als weniger. Vernünftige Templates kaufen, alle Updates machen und jährlich erneuern ist wichtig, damit die Templates weiterleben.
Damit erkauft man sich einen zuverlässig und sicher laufenden Shop, und der Preis ist im Vergleich zu den Kosten eines Lagers oder eines Ladens mit Schaufenster in der Innenstadt vernachlässigbar. Das kostet im Jahr weniger als einmal zu zweit gut essen gehen.
Leider ist es für Template-Hersteller schwer, regelmäßige erträgliche Einnahmen zu erzielen, weil das Preisniveau für Templates sehr niedrig ist. Das kostenlose Template von Olympianthemes wurde mehrere zehntausend Male heruntergeladen, aber die wirklich gut gebauten kostenpflichtigen Templates haben dann wohl nicht genug eingebracht, um die Firma langfristig zu tragen. Das Horme Free war einfach zu gut, wenn ich mal spekulieren darf.
Deshalb sage ich entgegen anderen: Wer einen Shop betreibt, sollte für diesen Shop mindestens ein Budget von 100 Euro im Monat ansetzen. Wenn das von vorne herein einkalkuliert ist, kann man die Erweiterungen und Templates ohne Kopfschmerzen bezahlen und bei Problemen steht man nicht gleich im Regen. Und wenn am Ende des Jahres weniger ausgegeben wurde, ist es ja auch fein.
Wenn jedoch 100 Euro im Monat zu viel sind, muss man entweder selbst viel lernen oder viel Wissen mitbringen, oder man sollte sich einen gehosteten Standard-Shop bei einem Hoster mieten. (Auch wenn ich ungerne von VirtueMart abrate.) Da hat man dann weniger Möglichkeiten, aber man hat mit den technischen Dingen nichts am Hut.
Wenn man später einen schönen und schnellen Shop mit besseren SEO-Möglichkeiten und vielen Produkten möchte, kann man dann immer noch zu VirtueMart wechseln. Da stoßen die Fertig-Shops an ihre Grenzen oder werden richtig teuer.
Die Kosten für die Rechtsberatung zu einem Shop sind in den 100 Euro pro Monat nicht unbedingt mit drin. Das sollte man nicht unterschätzen oder vernachlässigen. Aber ich wollte jetzt kein Buch schreiben, ich wollte die rechtlichen Aspekte nur angedeutet haben, falls jemand über Google hier gelandet ist und sich überlegt, einen Shop zu bauen. Da gibt es dann noch weitere Aspekte, ein kleiner Business-Plan auf ein paar DIN-A4-Blättern kann nie schaden. 
Grüße
Stefan