Umsatzsteuerreform EU zum 1.7.2021

  • Hallo,


    ab dem 1.7.2021 müssen ja alle B2C-Verkäufe in die EU (ab 10000,- € Umsatz) mit der Steuer des jeweiligen Landes ausgezeichnet werden.

    Ich wollte mal Fragen, wie Ihr diese Änderungen umsetzt.


    Leider komme ich bisher noch auf keine konkrete und elegante Lösung. Unterschiedliche MwSt-Sätze anlegen ist kein Problem ;). Programmierkenntnisse sind auch vorhanden.


    So wie ich das sehe (KEINE RECHTSBERATUNG!!!), müssen die Preise ja bereits auf der Produktseite dem Endverbraucher richtig (inkl. MwSt) angezeigt werden, nicht erst im Warenkorb mit Eingabe der Lieferadresse. Allerdings weiss ich an dieser Stelle das Lieferland ja gar nicht.


    Lösungsansatz 1:

    Jetzt könnte ich natürlich die IP-Adresse abgleichen und das Herkunftsland herausfinden. Das ist aber wieder nicht das Lieferland.


    Lösungsansatz 2:

    Die nächste Option wäre ein vorgelagertes Popup in dem der Kunde sein gewünschtes Lieferland angibt. Daraufhin ersetze ich das Lieferland selbst. Ich möchte den Kunden aber nicht noch ein Popup aufdrängen.


    Lösungsansatz 3:

    Als letzte Alternative fällt mir ein, auf fixe Bruttopreise zu setzen und den jeweiligen Nettopreis anzupassen. Das könnte an anderer Stelle möglicherweise rechtlich schwierig werden... muss ich weiter recherchieren. Aber lässt sich das in VM umsetzen? Die Option Endpreis überschreiben funktioniert bei mir leider nicht, da ich viele konfigurierbare Produkte anbiete und der Preis durch die Konfiguration angepasst werden muss.


    So, vielen Dank fürs Lesen, ich bin auf eure Meinungen und Ansätze gespannt.


    Beste Grüße

    Dirk

  • Servus, Moin, Salü usw.


    Es scheint momentan auf eine Regelung für Shops hinauszulaufen, dass unterm deutschen Bruttopreis ein Hinweis auftaucht, dass sich der tatsächliche Endpreis für die jeweiligen Lieferländer außerhalb Deutschland durch die unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze noch verändern kann.


    Aber ein hochbrisantes Thema!

  • Hallo 12Sommit,


    vielen Dank für deine Antwort. Woher nimmst du die Info, dass es momentan darauf hinausläuft? Diese Lösung wäre mir am liebsten, allerdings verstößt das doch gegen das Wettbewerbsrecht und oder die Preisangabenverordnung?

  • Ich habe nun im Shop für Estland (keine Kunden) mal 20 % hinterlegt, statt der üblichen bisherigen 19%. Dann habe ich beim Bestellen auf Estland umgestellt. Damit wird in der Rechnung und auch mit Shop an den fiktiven estländischen Kunden der Nettobetrag angezeigt, die "inkl Mehrwertsteuer" bleiben auf der Website fälschlicherweise sichtbar. In der Rechnung wird aber weiterhin mit 19 % berechnet, die Versandkosten werden gar nicht angefasst.

    Da scheint für mich noch eine Menge Arbeit vor mir zu liegen.


    Oder wie bekommt Ihr das hin?

  • nutzt du Overrides oder ein bestimmtes Template? Das sollte eigentlich so nicht sein. Es sollten eigentlich die geänderten Bruttobeträge stehen bleiben und der Steuersatz geändert werden. Ist bei den Produkten und den Versandarten "Standard-Regeln zuordnen" oder die 19% MwSt angegeben? Es sollte auf "Standard-Regeln zuordnen" stehen.

  • Mit Standardregel funktioniert es. Danke!

    Aber bei den Transportkosten sehe ich bisher noch keine Chance einen an des jeweilige EU-Land angepassten MwSt-Satz zu berechnen.

  • Welches Plugin nutzt du denn? Das ist doch vermutlich das Standardplugin, welches von Haus aus in VM vorhanden ist, oder nicht?

    Du hast doch hier jetzt sicherlich den MwSt-Satz in der Konfig angegeben, oder? Dort könntest du dann auch anstelle des MwSt-Satzes die Option "Standardregel zuordnen" wählen. Dafür dann aber die Eingrenzung auf ein bestimmtes Land entfernen. Dann sollte anhand des Lieferlandes die MwSt berechnet werden. Du brauchst dann prinzipiell nur eine Versandart. Du kannst aber natürlich auch für jeden Steurersatz eine eigene Versandart erstellen und das dann auf die Länder eingrenzen. Das sollte aber eigentlich nicht nötig sein.


    Sei mir bitte nicht böse, aber ich möchte an dieser Stelle nicht weiter die Funktionalität von VM diskutieren. Dafür ist mir die Umsatzsteuerreform zu wichtig. Diese geht hier gerade unter.


    Ich bin leider immernoch der Meinung, dass die von dir vorgeschlagene Lösung rechtlich schwierig ist und würde gerne weitere Meinungen einholen.


    Du kannst ja ein eigenes Thema erstellen. Deine Fragen haben ja nicht direkt mit der Reform zu tun, sondern eher damit, wie man eine Versandart richtig konfiguriert, damit auch unterschiedliche Steuersätze verwendet werden können.


    Beste Grüße

  • Moin,


    nun habe ich von einem Rechtsanwalt einen Tipp (keine rechtlich relevante Auskunft !!! ) bekommen: Er persönlich würde Deinen Vorschlag 2 umsetzen: Verantwortung sehr transparent an den Kunden weitergeben. Der Kunde sollte so früh wie möglich, sein Lieferland auswählen …

    Eine ständige Anzeige, dass die Preise für sein momentan ausgewähltes Lieferland (extra Anzeige möglich?) gelten, würde er sich als Kunde wünschen …


    Ich habe noch vergessen zu schreiben: Dies gilt natürlich nur, wenn die Preisänderung durch unterschiedliche MwSt-Sätze auch an die Kunden weitergegeben werden soll.

    Bei gleichbleibenden Preisen: Im B2C-Shop selbst muss man ja nur schreiben, dass der Brutto-Preis eine Mehrwertsteuer enthält. Wie das aber in der Rechnung in VM abgebildet werden kann, das erschließt sich mir noch nicht …

  • Danke dir!


    Wenn es irgendwie geht, dann möchte ich halt dem Kunden nicht noch ein PopUp zumuten. Erst Cookies bestätigen, dann Lieferland wählen und dann sehe ich erst den Inhalt... das ist doch alles langsam zu viel des Guten...


    Mal sehen, ob sich auch noch andere hierzu äußern.

  • Moin,


    ganz so muss man es wohl nicht abbilden.
    Eine Möglichkeit: Sie sehen momentan die Preise für das Lieferland Xyz. Klicken sie hier/stellen sie hier um, um die Preise für das Lieferland Abc zu sehen.